Ist das ein Auto oder ein Smartphone?

Es geht gar nicht mehr um das Fahren sondern was währenddessen passiert. Der Byton zeigt es dir.

Gegründet hat das Startup Byton ein ehemaliger Ingenieur von BMW. Der war wohl gefrustet, dass es nicht schneller vorwärts geht bei seinem alten Arbeitgeber. Mit chinesischem Geld hat er ein Fahrzeug gezimmert, dass uns demonstrieren soll, wie wir uns in Zukunft bewegen. Wenn man ihn selber fahren will, dann dürfte man irritiert sein, dass der 1,25 Meter breite Bildschirm ziemlich von der eigentlichen Fahrerei ablenkt. Zwar kann ihn der Fahrer per Touchpad auf dem Lenkrad steuern, er kann aber auch rumfuchteln und dies per Gestensteuerung tun. Beides dürfte eher unpraktisch sein während man durch den Verkehr navigiert.

Die Gründer sagen aber, der Byton sei eben schon für die übernächste Generation gedacht, es soll gar Autonomie Level 4 angestrebt werden. Level 4 bedeutet, im Gegensatz zu Level 3, dass das Auto komplett selbständig fährt und man sich vom Lenkrad abwenden darf. Aber schon vorher sei der Byton nicht gefährlich, denn in Großstädten käme man heute sowieso kaum mit mehr als 15km/h durch den Stau und dann könne man die Zeit getrost mit Daddeln, Blutdruckmessen (ja, dass kann der Byton tatsächlich auch!) oder die Schwiegermutter anrufen verbringen. Ob das die Gesetzgeber dann auch so sehen werden, sei mal abzuwarten. Mit der digitalen Kutsche kommt man 520 Kilometer weit, sofern man die Batterie nicht vorher mit dem großen und auch den kleinen Bildschirmen leer saugt. Damit man sich den Byton leisten kann, ist der Wagen auf 180km/h gedrosselt, denn damit erspart man sich teurere Bremsen und eine aufwändige Kühlung der Batterie.

Fazit: Solange es keine vollständige Autonomie gibt, ist es ein gewöhnliches Elektroauto mit imposantem Bildschirmgedöns aber eher auf der nicht so praktischen Seite. Ob dein Auto deinen Blutdruck messen können muss, ist dir überlassen.