Soundcloud – Wie soll es weiter gehen?

Gebt ihr SoundCloud noch eine Chance? Nach dem 40 % der Belegschaft gekündigt worden sind, wird wohl „alles unternommen, um weiterhin Nachhaltig und vor allem unabhängig wachsen zu können“. Mehr Hintergründe zu dem Thema hier: http://t3n.me/2tPbZ7Y

Posted by t3n Magazin on Donnerstag, 13. Juli 2017

Es macht fast den Anschein. Der Mitgründer Alex Ljung hat eben gerade schwersten Herzens verkündet, dass 173 Stellen in San Francisco und New York gestrichen werden – das wären dann ganze 40% der bisherigen Belegschaft. Diese Straffung der Betriebsstrukturen soll die etwas angegraute Braut wieder fit für den Markt machen. Neue Technologien und Innovationen kosten halt Geld. Man ist immer noch auf der Suche nach einem Investor mit einer Portokasse in der Größenordnung so um die $ 230 Millionen aufwärts. Auf Nachfrage auf der TOA in Berlin, hat Ljung dies nicht bestätigt aber auch nicht verneint, sondern mit einem nervösen Lachen darauf verwiesen, man solle sich doch besser auf die tolle Musik auf ihrer Webseite konzentrieren. Solche eingecoachten Floskeln beruhigen die zu recht wütenden Angestellten in San Francisco eher weniger. Politisch wurde er aber dann doch noch mit seiner Aussage “Europe is right now understanding that it’s not the US, it’s different”.

Neben den Mitarbeitern, die über die Klippe springen müssen, hat man aber brav die Hausaufgaben gemacht und in den letzten zwölf Monaten die Einnahmen verdoppelt. Obwohl man mit Abstand mehr Inhalte bietet als die Konkurrenz, fehlten bis anhin die großen Namen. Dies hat man nun endlich mit einem Premium-Katalog gelöst und die Wirkung beginnt sich auszuzahlen. Wie bereits im letzten Dezember verkündet, hat man Soundcloud-Go in sieben Ländern an den Mann gebracht. Einfach ist das nicht, denn laut Ljung ist vor allem die magische Grenze von $ 9.99 als Einstiegsangebot für die heiß umkämpften Neu-Abonnenten ein Problem, da liegt nicht viel Spielraum für Entwicklung drin. Das gerne zitierte Asset, man habe 12 Millionen Künstler, die monatlich veröffentlichen, ist vielleicht auch genau das Problem: die Unübersichtlichkeit. Der Dienst ist gut für die Musiker aber muss sich noch mehr in Richtung eines Massenproduktes entwickeln.

Das Headquarter von Soundcloud befindet sich übrigens in Berlin im Startup-Campus Factory. Dort wurde auch bereits offen über einen Exit nachgedacht, allerdings liegt man bei der Bewertung mittlerweile unter der Ursprungsfinanzierung von 200 Millionen Euro. In der letzten Runde war da noch von einem Wert um die 700 Millionen Dollar die Rede. Da auch die Konkurrenz bis jetzt nicht zuschlagen wollte, hat man zu den angekündigten drastischen Maßnahmen gegriffen und konzentriert sich jetzt auf ein Kerngeschäft rund um die Streamingzukunft. Und die soll ganz erfreulich aussehen – wir hoffen dass Alex Ljung damit recht behält. Davon können sich aber die arbeitslosen Ex-Mitarbeiter auch nichts kaufen. Ob das nun die letzten Atemzüge sind oder doch der Turnaround – wir bleiben dran.

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